Fertigstellung der Steinberger Kreuzung verzögert sich um mehrere Jahre


Anders als vor einigen Tagen in diesem Blog berichtet, ist die Steinberger Kreuzung anscheinend doch noch gar nicht fertig. Im Ausschuss für Umwelt, Bau- und Stadtentwicklung der Stadt Rinteln gab es nach der Pressekonferenz am 16. Februar 2018 heftige Diskussionen darüber, ob die Bauarbeiten nun überraschend abgeschlossen werden konnten oder nicht. Nach einer kurzfristig einberufenen vierstündigen Ortsbesichtigung wurde über diese Frage abgestimmt. Mit sechs zu fünf Stimmen kam man zum Ergebnis: Nicht fertig!

Aus Insiderkreisen wurden uns inzwischen Informationen zugespielt, die belegen, dass sich die Fertigstellung mit hoher Wahrscheinlichkeit um mehrere Jahre verzögern wird. Die Gründe dafür sind verschiedene Anträge, Klagen und weitere Unwägbarkeiten.

So stand die Baustelle die letzten zwei Wochen still, weil ein Hobby-Archäologe im vorbeifahren meinte, in der Baugrube Dinosaurierspuren gesehen zu haben. Extra aus Frankfurt angereiste Experten von der Paläontologischen Gesellschaft e.V. haben jedoch nach tagelanger Untersuchung festgestellt, dass es sich wohl doch nur um eine zufällig entstandene Sandmalerei handelt.
Quelle: http://www.gunook.com/dinosaurier-abdrucke/
Nächste Woche reist indes ein weiteres Expertenteam an. Dieses Mal Biologen von der Universität Siegen. Die B.U.N.D. Ortsgruppe Steinbergen hatte erfolgreich per einstweiliger Verfügung einen Baustopp erwirkt, weil ein Paläontologe, der Mitglied im B.U.N.D. ist und zufällig auf der Baustelle zu tun hatte, quasi im Vorbeigehen ein Exemplar der seltenen Riesenkopfschnecke (Cochlea Caputgigantus) entdeckt hatte. Das Landgericht Bückeburg hat nun zu entscheiden, ob eine Umsiedlung des fast ausgestorbenen Weichtieres erfolgen muss. Der B.U.N.D. hat das Gelände des Steinzeichens Steinbergen als neuen Lebensraum vorgeschlagen, da dort ohnehin niemals mehr ein Mensch einen Fuß setzen wird.

Baustopp wegen der fast ausgestorbenen Riesenkopfschnecke
Aber es drohen darüber hinaus weitere Verzögerungen. Wie heute bekannt wurde denkt die Deutsche Bahn darüber nach, den Bahnhof Steinbergen unter die Erde zu verlegen. "Das wäre gar nicht so aufwändig", bestätigt Hans Stuss, Manager für Bahninfrastruktur bei der DB. "Das gesamte Weserbergland ist sowieso hohl wie ein Schweizer Käse. Da finden wir sicher gute Voraussetzungen für einen unterirdischen Bahnhof."

Hier soll 2023 der neue unterirdische Steinberger Bahnhof entstehen.
"Von den Baumaßnahmen wird dann aber sicher auch der Kreuzungsbereich betroffen sein", so Stuss weiter. Welchen konkreten Nutzen ein unterirdischer Bahnhof für Steinbergen haben soll, bleibt bis zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Gebaut wird trotzdem erstmal.

Für Verunsicherung hat auch ein Schreiben der obersten Bauaufsichtsbehörde Niedersachsen gesorgt, in dem erhebliche Bedenken hinsichtlich der Einhaltung der Brandschutzvorschriften geäußert werden. Die Verantwortlichen bei der Stadt Rinteln zucken nur mit den Schultern: "Bislang wussten wir nicht einmal, dass es Brandschutzvorschriften für Straßenkreuzungen gibt", so ein Beamter, der ungenannt bleiben möchte, "aber wundern würde es mich auf der anderen Seite auch nicht."


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