Fucking löst Welle von Ortsumbenennungen aus

Eine 100-Seelen-Gemeinde in Österreich ist derzeit in aller Munde. Das Dorf Fucking in Oberösterreich benennt sich zum 01. Januar 2021 um. "Es ging einfach nicht mehr so weiter", erklärt Bürgermeister Petting von der PPÖ (Purismus-Partei Österreichs). 

"Wir leben in einer Welt voller englischer Begriffe: Handy, Computer, Baby, Carsharing. Ich könnte die Liste endlos fortsetzen", so Petting weiter. "Unsere Landessprache ist aber Deutsch. Oder zumindest sowas ähnliches wie Deutsch. Jedenfalls hat der Ortsrat auf meinen Vorschlag hin mit den Stimmen der PPÖ entschieden, dass sich Fucking zum Jahreswechsel in Bumsen umbenennt."

Ein Großteil der Dorfbewohner steht hinter dem Beschluß: "Richtig so! Wir sind hier in Österreich und nicht in Little Italy", ordnet Vanessa Lassmal-Blasen die politische Entscheidung falsch ein.

In der Neujahrsnacht werden die beiden Fucking-Ortsschilder - es gibt nur eine Straße durch das Dorf, die gerade ist wie ein Strich, gegen Bumsen-Schilder ausgetauscht. Die alten Verkehrszeichen sorgen derweil sogar noch für ein Plus in der Ortskasse. Bürgermeister Petting hat die beiden ausgemusterten Ortsschilder für jeweils 2.499 EUR bei Ebay versteigert. 

Inspiriert von Fucking oder Bumsen haben sich auch andere Ortschaften über ihren Namen Gedanken gemacht, weil er einfach bescheuert ist oder weil man ebenfalls frisches Geld in die Haushaltskasse spülen will. 

So wird sich der kleine Ort Elend in Sachsen in Ghetto umbenennen, angeblich um den Tourismus zu fördern. Es wurden bereits Verträge mit den Lizenzinhabern von Elvis Presley-Songs geschlossen, damit "In the Ghetto" die neue Dorfhymne werden kann.

Ins 21. Jahrhundert möchte auch das Dorf Galgen in Bayern. "Die Zeiten, dass jemand an einem Galgen aufgeknüpft wurde, sind lange vorbeit", doziert Uwe Todesschütze, der Ortsvorsteher der 19 Einwohner-Siedlung. "Wir diskutieren allerdings noch, wie unser schöner Platz hier zukünftig heißen soll. Neun Einwohner fühlen sich eher Amerika nahe und plädieren für 'Elektrischer Stuhl'. Neun andere, eine afghanische Großfamilie, findet 'Köpfen' gut."

Einen ziemlich realitätsnahen Ansatz verfolgt man im bayerischen Ort. Als der Ort Ort. Aufgrund der stark rückläufigen Einwohnerzahlen soll der neue Name Abort sein.

Nachvollziehbar ist, dass die knapp 7.500 Einwohner eines Dorfes in Hessen einen Namenswechsel herbeisehnen. Wer will schon auf die Frage: 'Woher kommst du?' 'Aus Eiterfeld." antworten. Im Moment läuft eine Volksabstimmung. Zur Wahl stehen Blinddarmdurchbruch, Hodenprellung und Nagelbettentzündung.

Anders liegt der Fall in Amerika. Die 57 Einwohner haben nicht ganz freiwillig entschieden ihre Heimat in Mexiko umzubenennen, da der noch amtierende US-Präsident Donald Trump mit einer Markenrechtsklage in Milliardenhöhe gedroht hat.

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